WBK Schulsozialarbeit in der Praxis – vier Methoden

Kurzbeschreibung

Die Schulsozialarbeit umfasst ein Set von sozialarbeiterischen Leistungen für die verschiedenen Anspruchsgruppen in der Schule als Lern- und Lebensraum. Schulsozialarbeitende sind laufend gefordert, Angebote und Projekte zu Sozialkompetenz, Konfliktbewältigung und Partizipation sowie Gender- und Herkunftsfragen auf Klassen- und Schulebene zu entwickeln und anzuwenden. Sie sind deshalb bei ihrer Arbeit in der Prävention und Intervention mit ganzen Klassen und im Einzelsetting regelmässig auf der Suche nach der passenden Methode. Im Zentrum des Kurses stehen vier Methoden, die praxisnah vermittelt werden («vom ICH zum WIR» / Erlebnispädagogik / Trainingskurs / «Play Is The Way»). Die Teilnehmenden vertiefen sie modellhaft und auf kreative Weise und erweitern so ihre Handlungskompetenzen für die Einzel-, Gruppen- oder Klassenarbeit.

Auf einen Blick

Abschluss: Kursbestätigung Schulsozialarbeit in der Praxis – Methoden

Start: 10.09.2018

Dauer: 10./11. September 2018, 16 Kontaktstunden

Kosten: CHF 700.00

Bemerkung zu den Kosten: Die Kurstage können einzeln gebucht werden. Die Kosten für einen Kurstag betragen dann CHF 400.00.

Durchführungsort: ZHAW, Departement Soziale Arbeit, Hochschulcampus Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich

Unterrichtssprache: Deutsch

Ziele und Inhalt

Zielpublikum

Angesprochen sind Schulsozialarbeitende sowie andere Fachpersonen der Sozialen Arbeit oder Pädagogik, die ihre Handlungskompetenzen im schulischen Kontext erweitern möchten.

Ziele

Die Teilnehmenden

Inhalt

1. Kurstag: 10. September 2018

Methode 1: «vom ICH zum WIR»
Das Klima innerhalb einer Klasse wirkt sich stark auf das Wohlbefinden, die Motivation und die Leistungsfähigkeit eines Individuums aus. Sozialkompetenz – im Schulalltag – ist die Befähigung zur Teamarbeit und eine Verschiebung des Fokus «vom ICH zum WIR», zum Team. Eine Fähigkeit, die Kinder und Jugendliche auch im Hinblick auf ihre Zukunft dringend benötigen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiv mit der Eigenwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung auseinander. Die erarbeiteten Inhalte werden visualisiert, im Kreis diskutiert und durch spielerische Elemente unterstützt. Das schulinterne Angebot‚ das in Anlehnung an das Baghira-Training aufgebaut wurde, besteht aus zehn Klassenlektionen, in welchen die Schulsozialarbeit gemeinsam mit den Lehrpersonen am Aufbau eines vertrauensvollen Klassenklimas arbeitet. Die Kinder vertiefen diese Arbeit wöchentlich zu Hause mit den Eltern. Die Eltern werden vorgängig an einem Elternabend eingeführt und kennen die Ziele und ihre Rolle.
Neben kurzen theoretischen Erläuterungen werden wir im Kurs vor allem praktisch arbeiten, in dem wir ausgewählte Sequenzen gemeinsam durchspielen, diskutieren sowie darüber reflektieren.

Dozentin: Heidi Bachmann
Kurszeiten: 8.45 - 12.15

Methode 2: Erlebnispädagogik
Sozial- und Selbstkompetenz sind in der Schule in hohem Masse gefordert. Sei dies bei den Lernenden selbst oder aber auch in ganzen Schulteams. Die Schulsozialarbeit wird direkt oder indirekt immer wieder in Situationen miteinbezogen, in welcher Sozial- resp. Selbstkompetenzen wenig oder nicht im gewünschten Ausmass vorhanden sind.
Hier kann die Erlebnispädagogik als Methode wertvolle Akzente setzen: soziales Lernen in Schulklassen, Reflexion von und in Klassen, Reflexion der eigenen Persönlichkeit und das Bewältigen von ungewohnten, neuen Herausforderungen. Handlungsorientiertes Lernen, Ganzheitlichkeit und Gruppenorientierung sind dabei wichtige Stichwörter. Lernen in der Natur ist dabei ein zentrales, aber nicht explizites Element.
Dieser sehr praktisch orientierte Nachmittag gibt einen Einblick in die Erlebnispädagogik. Wir erleben diverse praktische Kooperative- resp. Problemlöseaufgaben kennen und reflektieren konkrete Situationen. Dies immer mit dem Fokus auf die Anwendbarkeit in der Praxis der Schulsozialarbeit. Der Nachmittag wird teilweise im Freien stattfinden. Dem Wetter entsprechende Kleidung ist dringend empfohlen.

Dozent: Frowin Betschart
Kurszeiten: 13.15 - 16.45

2. Kurstag: 11. September 2018

Methode 1: Trainingskurs
Bei diesem Kurs handelt es sich um ein Training zur Persönlichkeitsstärkung, zur Unterstützung von Konzentration, Entspannung und Selbstvertrauen sowie zur Entwicklung von sozialen Kompetenzen für Kindergarten- bzw. Schulkinder.
In diesem Workshop wird Ihnen das Konzept des Trainingskurses, der sich am Marburger Verhaltenstraining orientiert, vorgestellt. Er beinhaltet einen theoretischen Input, praktische Übungen und Spiele.
Der Kurs ist ausgerichtet auf Kindergarten- und Schulkinder, die besondere Mühe zeigen, sich in einer Gruppe einzufügen, die ständig dazwischenrufen und reden, dauernd im Raum umher laufen, immer wieder in Streitereien verwickelt sind, nicht zuhören können und emotional und sozial unreif sind.
In den 14 Trainingseinheiten erlernen und üben die Kinder in der Gruppe während jeweils zwei Lektionen spielerisch neue positive Verhaltensweisen und vergrössern dadurch ihr Verhaltensrepertoire. Die Elternarbeit ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Kurses.

Dozentin: Daniela Stutz
Kurszeiten: 8.45 - 12.15

 

Methode 2: «Play Is The Way»
In Europa weitgehend unbekannt prägt das von Wilson McCaskill entwickelte «Play Is The Way» in Australien unzählige Schulen und Kinder positiv. Das spielpädagogische Programm für Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 Jahren bietet in originellen Spielformen Gelegenheiten für individuelles, soziales und emotionales Lernen. Unter der Führung und Vermittlung einer Spielleitung lernen Kinder spielend, ihre Motivation sinnvoll zu nutzen und ihre Emotionen im Sinne der Kooperation und des Teamziels zu regulieren. Da die Spiele mit Herausforderungen verbunden sind, werden auch Selbstkompetenzen wie Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und eine optimistische Grundhaltung trainiert. Im Bereich des Sozialen geht es um die Förderung des Klassengeistes wie allgemein vertrauensvoller Beziehungen.
Play Is The Way gehört mittlerweile zu meinen bewährten Werkzeugen als Schulsozialarbeiter, nicht zuletzt, weil Spielen für alle Beteiligten mit Spass verbunden ist. Neben kurzen theoretischen Erläuterungen werden wir im Kurs vor allem praktisch arbeiten, indem wir ausgewählte Spielformen und ihr pädagogisches Potential in der Gruppe erkunden.

Dozent: Roger Dietrich
Kurszeiten: 13.15 - 16.45

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